In der Region nur wenig bis kein Obst!

 Die Befürchtungen haben sich bewahrheitet: die diesjährige Apfelsaison gehört zu den schlechtesten der vergangenen Jahre. Der späte Wintereinbruch im April hat der Obstblüte schwer zu schaffen gemacht. Vermutlich auch deswegen weil es im März bereits sehr warm war und die Bäume so bereits in voller Blüte standen.„Wenn die Nächte klar sind und das Thermometer auf -4 bis -6 Grad fällt, dann schädigt der Frost die Obstblüte“, sagt Helmut Jäger, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes e.V. Dies hat sowohl Apfel-, Birnen- als auch Kirschbäume betroffen.
Bei manchen Obstanbauern blieb die Ernte ganz aus. Daher endet die diesjährige Apfelsaison gegen Ende Oktober. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte unter "Apfelanlieferung" bei der jeweiligen Annahmestelle.

Tetra-Pak und Co - eine Mogelpackung?

Getränke in Saftkartons sind beliebt. Im Gegensatz zu Glasflaschen sind Sie eine bequeme Lösung und können recycelt werden! Aber werden sie das auch in der behaupteten Größenordnung?
"ZDFzoom" ging der Frage nach, wie Recyclingquoten berechnet werden und stellt fest: So gut schneiden Getränkekartons in der Ökobilanz gar nicht ab!

Getränkekartons sind ökologisch besonders wertvoll. 70 Prozent werden recycelt, so die Hersteller. Gegen diese Behauptung laufen Umweltverbände Sturm: Das sei Verbrauchertäuschung.

Getränke in Saftkartons sind beliebt. Im Gegensatz zu Glasflaschen sind sie eine bequeme Lösung:

  1. Die Getränke halten sich lange
  2. Kartons wiegen weniger
  3. man muss kein Pfand zahlen – und recycelbar sind sie auch noch

Besonders wichtig ist den Getränkekartonherstellern dabei eine möglichst hohe Recyclingquote. Denn diese garantiert ihnen die so genannte "ökologische Vorteilhaftigkeit" – und damit die Befreiung von einem Pflichtpfand, das zum Beispiel bei Plastik- und Glasmehrwegverpackungen fällig wird.

"Die Recyclingquote wird schon vor dem Recyceln bestimmt"
Interview mit Filmautor Berndt Welz 

Was war der Anlass für Sie, der Frage filmisch nachzugehen, wie ökologisch denn nun Getränkekartons wirklich sind?

Meine Initialzündung war eine Milchpackung, auf der Tetra Pak vollmundig für das Recycling warb und behauptete, 70 Prozent des verwendeten Rohstoffs würden wieder aufbereitet. Das konnte ich nicht glauben, weil doch auch Kunststoff und bei Säften Alufolie dazugehören und dieses Material auch noch zusammenklebt. Und da zuletzt die ökologischen Auswirkungen von Getränkekartons kontrovers diskutiert wurden, lohnte sich mal ein genauerer Blick.

Und welche Erkenntnis haben Sie bei der Recherche gewonnen?

Dass in Deutschland schon vor dem Recyceln die Recyclingquote bestimmt wird, egal, ob beim Altpapier oder bei den Getränkeverpackungen. Allerdings spielt das bei den Getränkeverpackungen eine größere Rolle, da diese oft drei Materialien aufweisen: Holzfaser, Kunststoff und Aluminium. Die Recyclingquote wird dabei nach dem Gewicht der Verpackungen gemessen. Dieses wird einfach in Bezug gesetzt zu der Verpackungsmenge, die in den Umlauf gebracht wurde. Dass in diesem Gewicht Reststoffe enthalten sind – von  Feuchtigkeit bis Schmutz – erhöht die Recyclingquote künstlich. In einigen Betrieben, die die Gelben Säcke verwerten, wurde das auch zugegeben. Dazu kommt, dass es während des Recyclings natürlich auch zu Verlusten kommt.

Und was sagt Tetra Pak dazu, der Marktführer in Sachen Getränkekartons und Milchverpackungen?

Tetra Pak hat unsere Dreh- und Interviewfragen alle abgelehnt.

Welche Diskrepanz haben Sie denn zwischen der angegebenen Recyclingquote von 70 Prozent und der Realität ausgemacht?

Nach unseren Berechnungen dürfte die Recyclingquote bei rund 36 Prozent liegen, wobei sie wahrscheinlich noch viel niedriger ist. Zum  Beispiel werfen die Verbraucher ja die Kunststoffverschlüsse oft in den Restmüll und nicht in den Gelben Sack. Wenn die Recyclingquote nicht mehr stimmt, ist die Ökobilanz schlechter und es entstehen Fragen wie: Warum sind Tetra Paks eigentlich von der Pfandpflicht befreit?

Lassen Ihre Recherche-Ergebnisse auch den Schluss zu, dass neben den Getränkekartons auch der Gelbe Sack seine ökologischste Zeit hinter sich haben könnte?

Wir haben bei einem Unternehmen gefilmt, das den Müll aus den Gelben Säcken trennt und dabei die schon geschilderten Erkenntnisse zur Recyclingquote bestätigt. Wir verfolgen den Weg der Getränkekartons zum Beispiel bis zu einer Sortieranlage in der Nähe von Dortmund, wo diese dann nicht recycelt, sondern als Brennstoff für die Zementindustrie genutzt werden. Wenn der größte Teil thermisch verwertet wird, ist das nicht ökologisch, selbst wenn mit der Wärme Zement hergestellt wird. Aber andererseits: Aus einem alten Getränkekarton können Sie auch keinen neuen machen, bestenfalls Pizzakartons.

Wenn Tetra Pak & Co nun gar nicht so ökologisch sind, wie die meisten immer gedacht haben – welcher Weg wäre für Sie der ökologischere im Vergleich zum gegenwärtigen Verfahren des teilweisen Verpackungswiederaufbereitens?

Weniger Verpackung, mehr Glas. Die Empfehlung des Umweltbundesamtes lautet dazu: Mehrweg, am besten im Glas und aus der Region.

25.06.2015
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